Forschen, experimentieren und eigene Ideen entwickeln – das steht im Mittelpunkt unserer Teilnahme am Wettbewerb Jugend forscht.

Schülerinnen und Schüler der Friedrich-Boysen-Realschule arbeiten jedes Jahr an spannenden Projekten aus Naturwissenschaft und Technik. Dabei lernen sie, eigene Fragestellungen zu entwickeln, Experimente zu planen und ihre Ergebnisse zu präsentieren.
Der Wettbewerb bietet eine hervorragende Möglichkeit, wissenschaftliches Arbeiten kennenzulernen und eigene Interessen zu vertiefen.
Neben dem fachlichen Lernen stärkt die Teilnahme auch wichtige Fähigkeiten wie Teamarbeit, Ausdauer und kreatives Denken. In diesem Jahr war die FBRS mit drei besonders starken Beiträgen am Start.
Ist der Baum gesund – oder doch krank?
Diese Frage dürfte sich so mancher Förster im Altensteiger Stadtwald stellen. Mit Celina Strothmann (13) und Jasmin Zambrzycka (13) gibt es in Altensteig jedoch zwei junge Expertinnen, die dabei helfen könnten.
Die beiden entwickelten ein Verfahren, mit dem sich der Gesundheitszustand von Bäumen mithilfe von Teststreifen bestimmen lässt. Dazu werden Tannennadeln zunächst zerrieben, das entstandene Pulver wird anschließend in einer Lösung aufbereitet. Ein Teststreifen wird hineingehalten – und anhand der entstehenden Farbe lässt sich erkennen, ob der Baum gesund ist oder Anzeichen einer Erkrankung zeigt.
Langfristig möchten Celina und Jasmin ihr Verfahren noch weiterentwickeln, sodass der Test künftig sogar Hinweise darauf geben kann, worin genau das Problem des Baumes liegt.
Für ihre innovative Idee wurden die beiden mit einem dritten Preis ausgezeichnet.
Vom Raketenstart zum Gleitflug
Mit ihren selbst konstruierten Flugmodellen aus dem 3D-Drucker überzeugten Hannes Herter (14), Mathis Waidelich und Hannes Kraft die Jury.
Hoch hinaus wollten die drei Realschüler schon im vergangenen Jahr. Damals stellten sie eine einfache Rakete aus Styropor vor. Inzwischen haben sie ihr Projekt deutlich weiterentwickelt – und setzen nun auf präzise gefertigte Bauteile aus dem 3D-Drucker.
Ihr Modell verbindet Rakete und Segelflugzeug in einem System: Zunächst sorgt ein Raketenantrieb für den Start nach oben. Sobald die gewünschte Höhe erreicht ist, entfalten sich die Tragflächen, und das Fluggerät verwandelt sich in ein Segelflugzeug, das kontrolliert wieder zur Erde zurückgleitet.
Die durchdachte Konstruktion und die technische Umsetzung überzeugten auch die Jury. Für ihre Arbeit erhielten die drei Schüler einen zweiten Preis sowie einen Gutschein der Experimenta.
EverGreen – die lebende Mooswand
Wenn im Sommer die Sonne auf große Fensterflächen scheint, heizen sich viele Klassenzimmer schnell auf. Mit diesem Problem haben sich Emma Lutz (14), Kathleen Fessel (15) und Jana Volz (14) von der Friedrich-Boysen-Realschule beschäftigt – und nach einer natürlichen Lösung gesucht.
Ihre Idee: eine Wandbegrünung aus Moos, die das Raumklima verbessern könnte. Zunächst konzentrierten sich die drei Schülerinnen darauf, eine geeignete Grundlage zu entwickeln, damit das Moos zuverlässig mit Wasser versorgt wird. Dabei experimentierten sie mit verschiedenen Strukturen und fanden schließlich eine besonders geeignete Oberfläche: Ein Untergrund mit rillenförmiger Struktur, ähnlich der Form von Fusilli-Nudeln, ermöglicht eine gleichmäßige Bewässerung.
Im nächsten Schritt wollen sie untersuchen, welchen Einfluss eine solche Mooswand tatsächlich auf Temperatur und Luftqualität im Klassenraum hat.
Für ihr Projekt „EverGreen“ wurden die drei Schülerinnen mit einem zweiten Preis ausgezeichnet.
Engagierte Betreuung hinter den Projekten
Hinter den erfolgreichen Projekten der Schülerinnen und Schüler steht auch die engagierte Unterstützung ihrer betreuenden Lehrkräfte. An der Friedrich-Boysen-Realschule begleiten Phillip Lauer und Ferdinand Babel die jungen Tüftlerinnen und Tüftler bei der Entwicklung ihrer Ideen – von der ersten Fragestellung bis zur fertigen Präsentation.
Mit viel Fachwissen, Geduld und Begeisterung für naturwissenschaftliche Themen unterstützen sie die Jugendlichen dabei, eigene Lösungswege zu finden, Experimente zu planen und ihre Ergebnisse verständlich darzustellen. Dabei steht nicht nur das Ergebnis im Mittelpunkt, sondern vor allem der Weg dorthin: selbstständiges Arbeiten, kreatives Denken und wissenschaftliches Ausprobieren.
Der Erfolg der Projekte zeigt, wie wichtig diese intensive Begleitung ist – und wie viel Potenzial entsteht, wenn engagierte Lehrkräfte junge Talente fördern.



